Ölgemälde von Getreidegarben auf einem gelben Feld mit dem Dorf Midlum im Hintergrund
Ab tot en met

Folkert Post (1880-1954)

Meister mit einer Mission

Eine Hommage an den friesischen Maler, dessen Werke seit über vierzig Jahren nicht mehr in Friesland zu sehen waren.

Folkert Post (1880–1954), aufgewachsen in Midlum bei Harlingen, war ein Maler der späten Haager Schule und wird oft der dritten Generation dieser einflussreichen Bewegung zugerechnet. Post malte vorwiegend Landschaften, daneben einige wenige Porträts. Sein Werk zeichnet sich durch einen zurückhaltenden Umgang mit Farbe, die Betonung der Atmosphäre und eine gewisse Trotzreaktion im Ton aus. Für ihn ist die Landschaft keine idyllische Kulisse, sondern eine charaktervolle Präsenz – mal still, mal unnahbar.

Zur Natur

Folkerts Eltern lebten in Harlingen und ließen sich um seine Geburtszeit in Midlum nieder, wo sein Vater eine Wagenbaufirma gründete. Die nordische Landschaft mit ihrem weiten Himmel und dem wechselnden Licht prägte ihn in seiner Kindheit.

Nach seiner Ausbildung am Lehrerseminar ging Post mit seinem Diplom nach Den Haag, dem Zentrum der Haager Schule. Dort kam er mit einer Maltradition in Berührung, in der Atmosphäre, Tonalität und die alltägliche Landschaft im Mittelpunkt standen. Dennoch entschied er sich zunächst für den Lehrerberuf. Erst mit vierzig Jahren wagte er es, sich ganz der Malerei zu widmen – ein mutiger Schritt, der seinem Leben eine neue, ungewisse, aber dennoch inspirierte Richtung gab.

Mit seiner jungen Familie bereiste er die östlichen Niederlande und den Harz. Diese Wanderzeit markiert den Beginn seiner professionellen künstlerischen Laufbahn. Er malte „nach der Natur“; er arbeitete in direktem Bezug zur Landschaft und suchte nach Stille und Charakter. Nach seiner Rückkehr in die Niederlande zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebte und arbeitete er lange Zeit auf einem Schiff in der Nähe von Zwolle – ein Dasein, das seine Verbundenheit mit Wasser, Luft und Horizont vertiefte. Später, über einen Zwischenstopp in Amsterdam, ließ er sich in Abcoude nieder, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1954 wirkte.

„Künstler aller Länder, vereinigt euch!“

Der Einfluss der Haager Schule ist in seiner Auseinandersetzung mit Licht und Stimmung erkennbar, doch sein Werk bewahrt seine eigene, bodenständige Handschrift. In einer Zeit, in der sich die moderne Kunst rasant entwickelte und neue Strömungen entstanden, fühlte Post sich stark mit Handwerkskunst und Tradition verbunden. Später wirkte er an einer Broschüre mit, in der Künstler vor dem ihrer Ansicht nach drohenden Niedergang der Künste unter dem Einfluss radikaler Neuerungen warnten. Der Aufruf „Künstler aller Länder, vereinigt euch!“ zeugt von seiner Überzeugung, dass Handwerkskunst, gegenseitige Solidarität und Respekt vor dem Handwerk für das Überleben der Kunst unerlässlich waren.

Damit positionierte sich Folkert Post im Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Zukunft. Sein Werk bildet eine leise Gegenstimme in einer Zeit künstlerischen Umbruchs – verwurzelt in der Tradition und doch geboren in einer Zeit des Wandels.

Neben beeindruckenden Gemälden zeigt die Ausstellung im Hannemahuis kleinere Tafelbilder mit Landschaften, Porträts, seinen Malkasten, Fotografien, das Typoskript der Broschüre und weitere Erinnerungsstücke aus seinem abenteuerlichen Leben. Sie ist eine Hommage an diesen friesischen Maler, dessen Werke seit über vierzig Jahren nicht mehr in Friesland zu sehen waren.

Initiator der Ausstellung ist Jouke Post, der Enkel des Malers und Autor des Buches *Folkert Post. Meester met een missie* (Volk mit einer Mission), das im Museum für 17,50 € erhältlich ist. Am 27. Mai hält er im Auditorium des Museums einen Vortrag über das Leben und Werk seines Großvaters. Beginn ist um 20:00 Uhr, Einlass ab 19:30 Uhr.

Unter anderem zu sehen

Ölgemälde von Getreidegarben auf einem gelben Feld mit dem Dorf Midlum im Hintergrund
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